Archiv für Juli 2015

Mahnwache gegen die Tierausbeutung im Tierpark Hagenbeck

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Mahnwache gegen die Tierausbeutung im Tierpark Hagenbeck


Am 29.08.2015 werden wir von 17:30 bis 20:30 Uhr vor dem Haupteingang vom Hamburger Zoo Hagenbeck (Lokstedter Grenzstraße, 22527 Hamburg) gegen die „Romantik-Nächte“ und die Tierausbeutung durch Hagenbeck im Allgemeinen protestieren!

Die Veranstaltung auf Facebook

Zwei wichtige Dinge zur Mahnwache:

1. Wir distanzieren uns von menschenverachtenden Ansichten und Ideologien wie: Ras­sis­mus, Fa­schis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, Ho­mo­pho­bie, Se­xis­mus, und Ähn­li­chem. Menschen die solche Ansichten/Ideologien haben bzw. mit diesen sympathisieren, sind auf unseren Veranstaltungen nicht willkommen!

2. Wenn ihr eigene Banner, Schilder u.ä. mitbringt, wünschen wir uns eine inhaltliche Thematisierung ohne Logo, Schriftzug und/oder Werbung für Vereine oder Parteien.

Hintergrund:

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„Romantik-Nächte“
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Die „Romantik-Nächte“ erleben die 1860 Tiere im Zoo Hagenbeck als zusätzlichen Stress zum ohnehin hektischen Zooalltag. Die Tiere können an diesen Tagen noch nicht einmal nachts zur Ruhe kommen. Stattdessen müssen sie laute Musik, ein Feuerwerk innerhalb des Parks und Besucher*innen zu ungewohnten Zeiten ertragen. Im Zoo werden viele Tierarten aus den unterschiedlichsten Kontinenten gefangen gehalten. Deshalb sind die abgespielten Urwaldgeräusche für viele Tiere unbekannt und wirken deshalb verstörend. Auch die „Sonderattraktionen“, wie z.B. Ponyreiten und zusätzliche Elefantenshows, machen Tiere weder gerne noch freiwillig mit. Anfangs werden sie durch Schläge und Futterentzug dressiert und zum Gehorchen gezwungen, irgendwann wird ihr Wille gebrochen und sie resignieren.
Mit den „Romantik-Nächten“ ergreift das Unternehmen Hagenbeck eine weitere Möglichkeit, Geld zu verdienen, ohne Rücksicht und ohne das geringste Interesse am Wohlergehen der eingesperrten Tiere, die der zusätzlichen Belastung schutzlos ausgeliefert sind.

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Familienimperium Hagenbeck
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Die Familie Hagenbeck verdient bereits seit 1848 am Tierleid. Der Fischhändler Gottfried Clas Carl Hagenbeck stellte zum ersten Mal gefangene Tiere „für ein Schaugeld“ aus. Sein Sohn Carl Hagenbeck sah in der Idee, Tiere und „Wilde“ zusammen zu präsentieren, eine weitere Einnahmequelle. 1875 fanden im Zoo Hagenbeck die ersten „Völkerschauen“ (auch „Negergucken“ genannt) statt. Angehörige aus damals weniger bekannten Kulturkreisen wurden im nachgestellten Lebensumfeld, mit Alltagsgegenständen und in typischer Kleidung arrangiert, zwischen den Tieren im Zoo ausgestellt. Bis Ende der 1920er Jahre blieb diese widerliche Form des Rassismus bestehen und wurde vom Zoo als Beitrag zur Wissenschaft bemäntelt.

2013 offenbarte die Familie Hagenbeck ihre Einstellung gegenüber Geflüchteten, indem sie erfolglos versuchte, ein geplantes Flüchtlingscamp zu verhindern. Die umstrittene Fläche wollte das Unternehmen Hagenbeck weiterhin als Besucherparkplatz nutzen.

Damals Völkerschauen, heute Engagement für den Schutz bedrohter Tierarten. So präsentieren sich Hagenbeck und andere Zoos gerne im Dienste der Wissenschaft. Unter dem Deckmantel Umweltschutz und Artenschutz gründeten Zoodirektor*innen Mitte der 1980er Jahre das „Europäisches Erhaltungszuchtprogramm“ (EEP). Der tatsächliche Grund für das EEP war, dass mensch das negative Image der Zoos aufwerten wollte, um so sinkenden Besucherzahlen entgegen zu wirken. Die im Rahmen dieses Programms getätigten „Auswilderungen“ zwischen 1960 und 1990 erschöpften sich im simplen Aussetzen von Tieren und scheiterten folglich. Hauptursache für den Misserfolg waren fehlende Lebensräume und die mangelnde Eignung der Tiere.

Die Bezeichnung „Erhaltungszuchtprogramm“ kann nur sarkastisch genannt werden. Gezüchtet werden Tierbabys, die die Zoobesucher*innen interessant und niedlich finden. Wenn die Elterntiere die Jungen nicht annehmen, nutzt der Zoo diese Situation gerne, um sie publikumsträchtig mit der Flasche aufzuziehen.

Um den Nachschub an Tierjungen zu sichern, schrecken die Zoos weder vor Mischlings-, Inzest-Zucht, noch vor Inzucht zurück. Wenn die Tiere älter werden und nicht mehr so „putzig“ aussehen, landen sie mit anderen, „überschüssigen“, ehemaligen Tierbabys im zooeigenen Schlachthaus, oder werden an Zirkusse oder Privathaushalte verkauft.

Die Fangmethoden, um frei lebende Tiere für den Zoo zu beschaffen, haben absolut nichts mit Artenschutz oder Arterhaltung gemeinsam. Um an die begehrten Jungtiere heranzukommen, werden die anderen Tiere der Herde getötet, oder zumindest stark verletzt, so dass sie sich nicht mehr wehren und die Jungtiere schützen können. Während des Transportes in die Zoos sterben viele Tiere, wie schon zu Carl Hagenbecks Zeiten. Sie sterben durch Verletzungen, an stressbedingten Folgen oder ersticken. Die Überlebenden erwartet die lebenslange Haft im Zoo. Die Familie Hagenbeck glorifiziert bis heute den Tierhandel.

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Traurige Tradition
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Die ersten zooähnlichen Tierhaltungen gab es bereits 2000 v. Chr. In China . Seit langem werden Tiere in Gefangenschaft als Unterhaltungsprogramm genutzt. Gerne inszeniert sich das Zoopersonal und natürlich die/der Zoodirektor*in mit imposanten Tieren. Es soll den Zuschauer*innen vermittelt werden, dass das gefährliche Tier gezähmt wurde und nun der untertänige und dankbare Freund des Menschen ist.

Die traurige Wahrheit ist, dass der Mensch keineswegs das Leiden des eingesperrten Individuums erkennt. Die Institution Zoo ist konstruiert auf einer Mensch-Tier-Beziehung, die ein Herrschaftsverhältnis darstellt. Das Grundverständnis dieses ist, dass der Mensch berechtigt ist, sich jedes nichtmenschliche Tier zu Nutze zu machen. Das nicht-menschliche Tier wird also geritten, ausgestellt, gegessen oder gestreichelt, je nachdem wie es seinem „Herrn“, dem menschlichen Tier, gefällt.

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Durch den Leidensdruck entwickelte Verhaltensstörungen
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Die Gefangenschaft führt bei nahezu allen Tieren zu Verhaltensstörungen. Das Revier eines polnischen Wolfes kann bis zu 350 Quadratkilometer groß sein. Im Verhältnis dazu ist sein Bereich im Zoo verschwindend klein. Um ihren Bewegungstrieb auszuleben, laufen die Wölfe oft stundenlang am Zaun auf und ab. Ein Betonboden führt nicht selten zu wundgelaufenen Pfoten.

Gorillas und andere Affen verhalten sich, wie ihnen zumute ist. Sie erbrechen sich, essen das Erbrochene um sich daraufhin sofort wieder zu übergeben. Andere Tiere wiegen ihren Kopf hin und her, hetzen am Maschendrahtzaun auf und ab oder fressen ihre Gliedmaßen ab.

Ursächlich für diese psychosomatischen Reaktionen ist, dass die Tiere im Zoo nicht annähernd ihre natürlichen Bewegungsräume nutzen und Verhaltensweisen ausleben können. So durchkreuzen afrikanische Elefanten die Savanne und suchen Wasserstellen auf. Dort trinken und betreiben sie Körperpflege. Außerdem sind die Wasserstellen auch Treffpunkte für andere Herden, so dass wichtige soziale Interaktionen stattfinden. Junge Bullen nutzen diesen Ort zur Paarung. Elefantenherden basieren auf einem enges soziales Gefüge. Wie unerträglich muss es sein, wenn aus der Freiheit kommende Elefanten auf dem eng begrenzten Raum eines Elefantengeheges mit bereits psychisch erkrankten Artgenossen zusammengepfercht und zwangsintegriert werden.
Eisbären, von Natur aus Einzelgänger, werden im Zoo in Gruppen gehalten. Dies führt oftmals zu gegenseitigen Verletzungen, mitunter bis zum Tod eines der Bären.

Statt einzugestehen, dass die grenzenlose Langeweile die Tiere in die Apathie zwingt, präsentiert beispielsweise der Zoo Krefeld eine „Fachfrau für Tierbeschäftigung“, die mit den „spaßigen“ Orang-Utans noch „spaßigere“ Bilder malt. Anschließend werden die Bilder auf T-Shirts gedruckt und von einem trendy Label verkauft. An dieser Stelle wird deutlich, dass der Nutzen des Orang-Utans im Zoo ausschließlich dem Profit dient. Doppelte Tierausbeutung bedeutet doppelter Profit.

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Fazit
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Der Zoo leistet, entgegen zahlreichen Slogans aus der Eigenwerbung, weder einen Beitrag zur Wissenschaft noch zum Artenerhalt. Stattdessen betreiben Zoos Tierzucht aus eigenem wirtschaftlichen Interesse. Sie tragen durch Tierfänge aus der freien Natur zum weltweiten Artenschwund bei.

Entgegen der vollmundigen Beteuerungen, echte Naturerlebnisse zu bieten, zeigen Zoos tierliche Individuen in Gefangenschaft und deren Leiden.
Der einzige Zweck des Zoos ist Profit zu schlagen.

Bis jeder Käfig leer ist.
Artgerecht ist nur die Freiheit!
ZOOs gehören… ABGESCHAFT!!!