Archiv der Kategorie 'Allgemein'

10.08. / 17.08. / und 24.08.2019 // Mahnwache vor Tierpark Hagenbeck

aln_hagenbeck

Mahnwache gegen die Tierausbeutung im Tierpark Hagenbeck

An den Samstagen 10.08. / 17.08. / und 24.08.2019 werden wir jeweils von 16:30 bis 18:30 Uhr vor den beiden Haupteingängen des Hamburger Zoos Hagenbeck (Angrenzend an Lokstedter Grenzstraße und Koppelstraße) gegen die Tierausbeutung im Tierpark Hagenbeck protestieren. An diesen drei Abenden findet die Veranstaltung „Tierpark in Concert“ statt, welche wir zum Anlass nehmen möchten unsere Kritik an Zoos und der Ausbeutung von Tieren im Allgemeinen an die Besucher*innen zu richten.

Bis jeder Käfig leer ist.
Denn Artgerecht ist nur die Freiheit!

Bitte beachtet:

1. Wir sprechen uns gegen jegliche Art von Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht, usw. aus und distanzieren uns von menschenverachtenden Ansichten und Ideologien wie: Rassismus, Faschismus, Antisemitismus, Homophobie, Transphobie, Sexismus, und Ähnlichem.

Menschen, die solche Ansichten/Ideologien haben bzw. mit diesen sympathisieren haben auf unseren Veranstaltungen nichts verloren.

2. Wenn ihr eigene Banner, Schilder u.ä. mitbringt, wünschen wir uns eine inhaltliche Thematisierung ohne Logo, Schriftzug und/oder Werbung für Vereine oder Parteien.

3. Vielleicht unnötig, trotzdem wollen wir noch darauf hinweisen, dass wir mit dem Titelbild nicht suggerieren möchten, dass es cool ist, Tierausbeutung zu feiern. Im Gegenteil soll diese Collage eher aufzeigen, wie perfide wir die Vorstellung finden, dass Menschen inmitten von 1.850 eingesperrten Tieren fröhlich zu Live-Musik tanzen und feiern.


=================================
„Tierpark in Concert“
=================================

Hagenbeck feiert im August Premiere: Zum ersten Mal findet die Veranstaltung „Tierpark in Concert“ statt. Auf ihrer Webseite bewirbt der Tierpark dieses Event als „das neue musikalische Highlight des Sommers“ und weiter heißt es: „(…) Dieser Abend wird ganz besonders. Überall fliegen Noten durch die Luft, Live-Musik verschiedener Genres verwandeln den Tierpark in eine Open-Air-Bühne mit exotischem Flair. (…) 15 unterschiedliche Bands, Künstler und Musiker sorgen inmitten von 1.850 Tieren für eine unvergessliche, tierisch musikalische Nacht.“

Ein ganz besonderer Abend? Wohl kaum für die 1.850 Tiere im Park. Wie auch bei den „Dschungel -“ und „Romantik-Nächten“ führt Live-Musik für die Tiere im Zoo Hagenbeck zu zusätzlichem Stress zum ohnehin hektischen Zooalltag. Die Tiere können an diesen Tagen noch nicht einmal nachts zur Ruhe kommen. Stattdessen müssen sie laute Musik und Besucher*innen zu ungewohnten Zeiten ertragen. Mit einer Veranstaltung wie „Tierpark in Concert“ ergreift das Unternehmen Hagenbeck eine weitere Möglichkeit, Geld zu verdienen, ohne Rücksicht und offensichtlich ohne Interesse am Wohlergehen der eingesperrten Tiere, die der zusätzlichen Belastung schutzlos ausgeliefert sind.

=================================
Familienimperium Hagenbeck
=================================

Die Familie Hagenbeck verdient bereits seit 1848 am Tierleid. Der Fischhändler Gottfried Clas Carl Hagenbeck stellte zum ersten Mal gefangene Tiere „für ein Schaugeld“ aus. Sein Sohn Carl Hagenbeck sah in der Idee, Tiere und „Wilde“ zusammen zu präsentieren, eine weitere Einnahmequelle. 1875 fanden im Zoo Hagenbeck die ersten „Völkerschauen“ statt. Angehörige aus damals weniger bekannten Kulturkreisen wurden im nachgestellten Lebensumfeld, mit Alltagsgegenständen und in typischer Kleidung arrangiert, zwischen den Tieren im Zoo ausgestellt. Bis Ende der 1920er Jahre blieb diese widerliche Form des Rassismus bestehen und wurde vom Zoo als Beitrag zur Wissenschaft bemäntelt.

2013 offenbarte die Familie Hagenbeck ihre Einstellung gegenüber Geflüchteten, indem sie erfolglos versuchte, ein geplantes Flüchtlingscamp zu verhindern. Die umstrittene Fläche wollte das Unternehmen Hagenbeck weiterhin als Besucher*innen-Parkplatz nutzen.

Damals Völkerschauen, heute Engagement für den Schutz bedrohter Tierarten. So präsentieren sich Hagenbeck und andere Zoos gerne im Dienste der Wissenschaft. Unter dem Deckmantel Umweltschutz und Artenschutz gründeten Zoodirektor*innen Mitte der 1980er Jahre das „Europäisches Erhaltungszuchtprogramm“ (EEP). Der tatsächliche Grund für das EEP war, dass mensch das negative Image der Zoos aufwerten wollte, um so sinkenden Besucher*innenzahlen entgegen zu wirken. Die im Rahmen dieses Programms getätigten „Auswilderungen“ zwischen 1960 und 1990 erschöpften sich im simplen Aussetzen von Tieren und scheiterten folglich. Hauptursache für den Misserfolg waren fehlende Lebensräume und die mangelnde Eignung der Tiere.

Die Bezeichnung „Erhaltungszuchtprogramm“ kann nur sarkastisch genannt werden. Gezüchtet werden Tierbabys, die die Zoobesucher*innen interessant und niedlich finden. Wenn die Elterntiere die Jungen nicht annehmen, nutzt der Zoo diese Situation gerne, um sie publikumsträchtig mit der Flasche aufzuziehen.

Um den Nachschub an Tierjungen zu sichern, schrecken die Zoos weder vor Mischlings-, Inzest-Zucht, noch vor Inzucht zurück. Wenn die Tiere älter werden und nicht mehr so „putzig“ aussehen, landen sie mit anderen, „überschüssigen“, ehemaligen Tierbabys im zooeigenen Schlachthaus, oder werden an Zirkusse oder Privathaushalte verkauft.

Die Fangmethoden, um frei lebende Tiere für den Zoo zu beschaffen, haben absolut nichts mit Artenschutz oder Arterhaltung gemeinsam. Um an die begehrten Jungtiere heranzukommen, werden die anderen Tiere der Herde getötet, oder zumindest stark verletzt, so dass sie sich nicht mehr wehren und die Jungtiere schützen können. Während des Transportes in die Zoos sterben viele Tiere, wie schon zu Carl Hagenbecks Zeiten. Sie sterben durch Verletzungen, an stressbedingten Folgen oder ersticken. Die Überlebenden erwartet die lebenslange Haft im Zoo.
Die Familie Hagenbeck glorifiziert bis heute den Tierhandel.

=================================
Traurige Tradition
=================================

Die ersten zooähnlichen Tierhaltungen gab es bereits 2000 v. Chr. In China. Seit langem werden Tiere in Gefangenschaft als Unterhaltungsprogramm genutzt. Gerne inszeniert sich das Zoopersonal und natürlich die/der Zoodirektor*in mit imposanten Tieren. Es soll den Zuschauer*innen vermittelt werden, dass das gefährliche Tier gezähmt wurde und nun der untertänige und dankbare Freund des Menschen ist.

Die traurige Wahrheit ist, dass der Mensch keineswegs das Leiden des eingesperrten Individuums erkennt. Die Institution Zoo ist konstruiert auf einer Mensch-Tier-Beziehung, die ein Herrschaftsverhältnis darstellt. Das Grundverständnis dieses ist, dass der Mensch berechtigt ist, sich jedes nichtmenschliche Tier zu Nutze zu machen. Das nicht-menschliche Tier wird also geritten, ausgestellt, gegessen oder gestreichelt, je nachdem wie es seinem „Herrn“, dem menschlichen Tier, gefällt.

=================================
Durch den Leidensdruck entwickelte Verhaltensstörungen
=================================

Die Gefangenschaft führt bei nahezu allen Tieren zu Verhaltensstörungen. Das Revier eines polnischen Wolfes kann bis zu 350 Quadratkilometer groß sein. Im Verhältnis dazu ist sein Bereich im Zoo verschwindend klein. Um ihren Bewegungstrieb auszuleben, laufen die Wölfe oft stundenlang am Zaun auf und ab. Ein Betonboden führt nicht selten zu wundgelaufenen Pfoten.

Gorillas und andere Affen verhalten sich, wie ihnen zumute ist. Sie erbrechen sich, essen das Erbrochene um sich daraufhin sofort wieder zu übergeben. Andere Tiere wiegen ihren Kopf hin und her, hetzen am Maschendrahtzaun auf und ab oder fressen ihre Gliedmaßen ab.

Ursächlich für diese psychosomatischen Reaktionen ist, dass die Tiere im Zoo nicht annähernd ihre natürlichen Bewegungsräume nutzen und Verhaltensweisen ausleben können. So durchkreuzen afrikanische Elefanten die Savanne und suchen Wasserstellen auf. Dort trinken und betreiben sie Körperpflege. Außerdem sind die Wasserstellen auch Treffpunkte für andere Herden, so dass wichtige soziale Interaktionen stattfinden. Junge Bullen nutzen diesen Ort zur Paarung. Elefantenherden basieren auf einem engem sozialem Gefüge. Wie unerträglich muss es sein, wenn aus der Freiheit kommende Elefanten auf dem eng begrenzten Raum eines Elefantengeheges mit bereits psychisch erkrankten Artgenossen zusammengepfercht und zwangsintegriert werden.
Eisbären, von Natur aus Einzelgänger, werden im Zoo in Gruppen gehalten. Dies führt oftmals zu gegenseitigen Verletzungen, mitunter bis zum Tod eines der Bären.

Statt einzugestehen, dass die grenzenlose Langeweile die Tiere in die Apathie zwingt, präsentiert beispielsweise der Zoo Krefeld eine „Fachfrau für Tierbeschäftigung“, die mit den „spaßigen“ Orang-Utans noch „spaßigere“ Bilder malt. Anschließend werden die Bilder auf T-Shirts gedruckt und von einem trendy Label verkauft. An dieser Stelle wird deutlich, dass der Nutzen des Orang-Utans im Zoo ausschließlich dem Profit dient. Doppelte Tierausbeutung bedeutet doppelter Profit.

=================================
Fazit
=================================

Der Zoo leistet, entgegen zahlreichen Slogans aus der Eigenwerbung, weder einen Beitrag zur Wissenschaft noch zum Artenerhalt. Stattdessen betreiben Zoos Tierzucht aus eigenem wirtschaftlichen Interesse. Sie tragen durch Tierfänge aus der freien Natur zum weltweiten Artenschwund bei.

Entgegen der vollmundigen Beteuerungen, echte Naturerlebnisse zu bieten, zeigen Zoos tierliche Individuen in Gefangenschaft und deren Leiden.
Der einzige Zweck des Zoos ist Profit zu schlagen.

Wir pausieren!

Liebe Alle,

wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, ist es in letzter Zeit sehr still um uns geworden. Da wir uns aktuell anderen Projekten widmen und insgesamt bei uns wenig Kapazitäten da sind, werden wir unsere Aktivitäten als ALN erst einmal pausieren. Wir möchten an dieser Stelle aber noch ein paar Zeilen loswerden, die uns auf dem Herzen liegen und wir euch mit auf den Weg geben wollen:

Für uns war und ist es sehr wichtig, bewegungsübergreifend zu agieren und den Kampf für eine solidarische und befreite Gesellschaft gemeinsam zu führen. Weil wir den Traum einer Gesellschaft haben, in der es keine Rolle spielt, wo du herkommst, wie du aussiehst, wie du dich selbst definierst, was du kannst oder nicht kannst, wen du liebst oder nicht liebst. Eine Gesellschaft ohne Knäste, repressive Machtorgane, Herrschaft und Hierarchien, in der sich Menschen solidarisch und auf Augenhöhe ohne Vorurteile, Machtausübung oder Manipulation begegnen und selbstbestimmt Leben können. Eine Gesellschaft, in der Menschen aneinander wachsen und Erfahrungen und Fähigkeiten austauschen, freiwillig und ohne Konkurrenzdenken oder Leistungsdruck.

Eine Gesellschaft, die unseren Planeten, samt seinen menschlichen und nichtmenschlichen Bewohner*innen, als etwas Einzigartiges ansieht, dass es zu schützen gilt, statt für Profite und Macht auszugrenzen, auszubeuten, zu töten und zu zerstören.

Leider sind wir noch weit von dieser Utopie entfernt und Erfahrungen haben uns gezeigt, dass wir auch in linken Strukturen noch lange nicht vor Grenzüberschreitungen, Ausgrenzungs- und Diskriminierungsmechanismen sowie Macht- und Hierarchiestrukturen gefeit sind.

Umso wichtiger ist es, dass wir uns angelernten und verinnerlichten Vorurteilen, Stereotypen und oben erwähnten Mechanismen bewusst werden und lernen, uns selbst und unser Verhalten immer und immer wieder zu reflektieren, in allen Lebenslagen. Egal ob in einer Partnerschaft, Freundschaft oder bei politischer Arbeit: Passt auf euch und eure Freund*innen, Genoss*innen, Mitstreiter*innen und Partner*innen auf. Seid für einander da, wenn es nötig ist und bietet Freiraum, wenn es gewünscht ist. Hört zu und teilt euch mit. Seid euch eurer Grenzen und der Grenzen anderer bewusst und wahrt diese. Wenn wir eine Veränderung im Großen anstreben, müssen wir im Kleinen beginnen und unsere Ideale nicht nur in der Theorie leben, sondern auch praktisch in unserem Alltag.

Zum Schluss noch eine Anmerkung:

Wie ihr vielleicht wisst, haben wir im März 2014 eine Patenschaft für Max übernommen, ein Esel, der auf dem Lebenshof „Große Freiheit“ lebt, welcher vom Verein Free Animal e.V. finanziell unterstützt wird. Keine Sorge, auch wenn wir unsere Arbeit als ALN erst einmal pausieren, bleibt die Patenschaft bestehen :)

Also … bis bald!

Animal Liberation Network

Anti-Jagd-Kundgebung, 1. Advent, Sülldorfer Kirche

anti_jagd_03-12-2017

Anti-Jagd-Kundgebung am Sonntag, den 1. Advent, 03. Dezember, von 16 bis 20 Uhr vor der St. Michaeliskirche, Sülldorfer Kirchweg 191.

------------------------------

Am Sonntag, den 03. Dezember findet in der St. Michaeliskirche der alljährliche Jäger*innen Gottesdienst statt.

Anschließend ziehen die Jäger*innen in das daneben liegende Gemeindehaus, für einen Vortrag mit dem Titel: „Frauen auf der Jagd – warum die Jägerinnen immer mehr werden“.

Jährlich werden tausende Tiere erschossen. Als Begründung wird der Naturschutz, also die nicht funktionierende Artenregulierung, genommen. Tiere werden aber auch zum Abschuss freigegeben, wenn sie den Menschen an bestimmten Plätzen stören. Und natürlich dienen sie als „Trophäen“ des „Sport-Hobbys“ Jagd.

Jagd bedeutet Leid und Tod für leidensfähige Mitgeschöpfe und schadet dem Gleichgewicht der Natur.

Deshalb werden wir unseren Protest gegen Jagd direkt vor Ort lautstark auf die Straße bringen.

Unsere Stimme für die Befreiung der Tiere!

Kommt und setzt zusammen mit uns ein Zeichen gegen Mord und für das Leben!

> Event auf Facebook

Mehr Infos zur Jagd:
http://www.ariwa.org/wissen-a-z/wissen-a-z/jagd.html

Bitte beachtet:

1. Wir sprechen uns gegen jegliche Art von Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht, usw. aus und distanzieren uns von menschenverachtenden Ansichten und Ideologien wie: Ras­sis­mus, Fa­schis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, Ho­mo­pho­bie, Se­xis­mus, und Ähn­li­chem….

Menschen, die solche Ansichten/Ideologien haben bzw. mit diesen sympathisieren, sind auf unseren Veranstaltungen nicht willkommen!

2. Wenn ihr eigene Banner, Schilder u.ä. mitbringt, wünschen wir uns eine inhaltliche Thematisierung ohne Logo, Schriftzug und/oder Werbung für Vereine oder Parteien.

Stand beim Veganen Straßenfest Hamburg: 71 € zur Kostendeckung von G20 Verfahren

+++ Stand beim Veganen Straßenfest Hamburg: 71 € zur Kostendeckung von G20 Verfahren +++

Samstag, den 16.09.2017, waren wir mit einem Stand beim Veganen Strassenfst in Hamurg vertreten. Dabei hatten wir nicht nur die Möglichkeit Besucher*innen über den Zusammenhang von Anarchismus und Veganismus/Tierbefreiung aufzuklären, was sehr toll war. Mit an uns gespendeten, selbstgehäkelten bunten „Soli-Einhörnern“ haben wir darüber hinaus insgesamt 71 € sammeln können, die zur Kostendeckung von G20 Verfahren der Roten Hilfe zugutekommen werden (Danke an dieser Stelle für die tolle Spende!)

Die Rote Hilfe ist eine Solidaritätsorganisation, die politisch Verfolgte aus dem linken Spektrum unterstützt. Und so auch Menschen, die seit den G20 Protesten im Knast sitzen, teilweise bereits verurteilt wurden oder noch Gerichtsprozesse zu erwarten haben. Da all das mit hohen Kosten verbunden ist, die die Betroffenen nicht alleine tragen sollen, gibt es u.a. die Möglichkeit die Rote Hilfe finanziell zu unterstützen. Mehr Infos zum Support der durch den G20-Gipfel von Repression betroffenen Menschen, sowie das Spendenkonto der Roten Hilfe findet ihr auf unitedwestand.blackblogs.org.

> Webseite der Roten Hilfe, Ortsgruppe Hamburg: rotehilfehamburg.systemausfall.org

Das nächste Mal findet ihr uns beim Total Liberation Day 2017 wo wir jeweils auch mit einem Stand vor Ort sein werden.

Was? Einhörner?

Ja, ihr habt richtig gelesen. Einhörner. Einhörner sind ein Symbol für das Gute und für die Utopie. Derzeit werden sie jedoch von Firmen zu Marketingzwecken missbraucht um Produkte zu bewerben, die für uns so rein gar nichts mit etwas „Gutem“ zu tun haben, zum Beispiel rosa „Einhornwurst“, „Einhornkäse“ oder „Einhorn-Nuggets“. Wir finden das ziemlich ätzend und möchten mit solchen Aktionen das Symbol wieder zu dem machen, was es mal war.

Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klima retten!

aca

Futtermittelimporte stoppen!
Tierfabriken dichtmachen!
Klimagerechtigkeit erkämpfen!

13. Oktober 2017: Podiumsdiskussion in Berlin
20 Uhr, Café Fincan, Altenbraker Str. 26, Neukölln

14. Oktober 2017: Demonstration in Fürstenwalde
Treffpunkt 11:30 Uhr, Am Markt, Fürstenwalde

Die Herstellung von Futtermitteln und deren Verfütterung in der Tierproduktion trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Eine zentrale Rolle im Futtermittelhandel in Deutschland nimmt dabei der Konzern Agravis ein. Das Agravis-Werk in Fürstenwalde stellt eine Drehscheibe für den überregionalen Handel dar, mit eigenem Hafen sowie Gleisanschluss und Be- und Entladestationen für Lastwagen. Aktuell strebt Agravis eine Erweiterung der Anlage an, um die Kapazitäten noch weiter auszubauen. Mit einer Demonstation in Fürstenwalde machen wir auf die Problematiken von Futtermitteln aufmerksam. Wir fordern einen Stopp von Futtermittelimporten!

Futtermittel und Tierproduktion
Die globale Landwirtschaft ist für ein Fünftel bis ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zusätzlich hat die Landwirtschaft auch vielfältige Auswirkungen auf weitere planetare Grenzen wie z. B. die Landnutzung, die Biodiversität und den Stickstoffkreislauf. Diese Auswirkungen führen auch dazu, dass der Klimawandel dramatischer ausfällt und seine Folgen Klimawandels schwerer abzufedern sind.
Einen großen Anteil an diesen Folgen der Landwirtschaft hat die Tierproduktion – und dabei spielt die damit verbundene Futtermittelherstellung eine der Hauptrollen. Im Vergleich dazu trägt die Tierproduktion nur einen vergleichsweise kleinen Teil zur Welternährung bei und kommt vorwiegend der wohlhabenderen Weltbevölkerung zugute. Erkauft wird die Produktion mit der Verwüstung ganzer Landstriche, der immer weitgehenderen Erzeugung multiresistenter Krankheitserreger, extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auch im industrialisierten Norden und nicht zuletzt durch Ausbeutung nichtmenschlicher fühlender Lebewesen: zig Milliarden Landtiere und Billionen Wassertiere fallen jährlich der Tierproduktion zum Opfer.

Futtermittel als Teil des Problems
Futtermittel stellen eine zentrale Ursache dieser Probleme dar. Im Zuge der Industrialisierung wurde die Weidehaltung zunehmend durch intensive Tierhaltung ersetzt. Es entstanden viele Großbetriebe, die eine große Anzahl an Tieren auf geringem Raum konzentrieren. In der Regel sind dort keine ausreichenden landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Erzeugung der dafür benötigten Futtermittel vorhanden, daher wird auch von „landloser Tierproduktion“ gesprochen.

Verschwendung aufgrund von Verfütterung
Für die Produktion von Futtermitteln werden Ressourcen wie Land und Wasser verbraucht, die anstelle des Einsatzes im Rahmen der Tierproduktion direkt für die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel verwendet werden könnten. Vor diesem Hintergrund stellt Tierproduktion eine verschwenderische Nahrungsmittelproduktion dar.
Für die Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierspezies und Haltungsbedingungen ca. 1,5 bis 21 pflanzliche Kalorien benötigt. Der Land- und Ressourcenverbrauch lässt sich daher bei direkter Produktion pflanzlicher Lebensmittel drastisch verringern. Des Weiteren entstehen fast die Hälfte der Treibhaushasemissionen der Tierproduktion bei der Herstellung von Futtermitteln. Dieser Anteil kann durch eine Umstellung auf pflanzliche Lebensmittelproduktion umfassend reduziert werden, während die direkten Emissionen der Tierhaltung entfallen könnten.
Auch hinsichtlich des Wasserverbrauchs stellen Futtermittel eine krasse Verschwendung dar. Für die Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch werden vor allem für Futtermittel durchschnittlich 16.500 Liter Wasser, für ein Kilogramm Schweinefleisch oder Käse 5.000 Liter verbraucht. Im Vergleich entfallen zum Beispiel auf ein Kilogramm Sojabohnen rund 2500 Liter Wasser und auf ein Kilogramm Kartoffeln 130 Liter.

Futtermittelimporte
Im Zuge der Globalisierung werden auch Futtermittel über immer weitere Strecken und in größeren Mengen gehandelt. Ein Großteil des in Europa verfütterten eiweißreichen Futtermittels stammt gegenwärtig aus Lateinamerika. Dort sind eine Vielzahl von Problemen mit der Produktion verbunden. Für die stetige Erweiterung der Anbauflächen werden oft große Flächen Regenwald gerodet – mit langfristigen negativen Folgen für das Klima, die Biodiversität und die Landschaft. Gleichzeitig werden die Futtermittel oft in Monokulturen und unter zum Teil massivem Einsatz genmanipulierter Saaten und von Pestiziden angebaut. Viele vormals relativ nachhaltig wirtschaftende Kleinbäuer*innen werden durch die aggressive Expansion der Produzenten ihrer Lebensgrundlage beraubt, und die Arbeiter*innen beim Futtermittelanbau leiden in vielen Fällen unter prekären Bedingungen.
Des Weiteren entsteht dort, wo die importierten Futtermittel verfüttert werden, oft ein Überschuss an nährstoffreicher Gülle, was in einigen Gebieten zu einem übermäßigem Nährstoffeintrag (Eutrophierung) führt. In Folge dessen kommt es zu negativen Auswirkungen für die Biodiversität, die CO2-Aufnahmefähigkeit von Gewässern und auch für die menschliche Trinkwasserversorgung.

Fischmehl
Fischmehl, das heißt getrocknete und gemahlene Teile von Fischen, stellt eine weitere Form von Futtermittel dar, welches überwiegend in der Aquakultur sowie in der Schweine- und Hühnermast als Beimischung verwendet wird. Verklärend wird vonseiten der produzierenden Unternehmen oft behauptet, dass Fischmehl lediglich aus Beifang hergestellt werde. Doch gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich die Fischmehlproduktion zu einem neuen Zweig der Hochseefischerei entwickelt, so dass bestimmte Fischarten ausschließlich für die Produktion von Fischmehl gefangen werden. Die Produktion von Fischmehl ist damit eine zentrale Ursache für die Ausrottung einzelner Fischarten und die Überfischung einiger Meeresgegenden.
Ähnlich wie beim Import von Soja sind auch die Hauptlieferanten von Fischmehl lateinamerikanische Länder. Die Verarbeitung von Fischmehl hat dort katastrophale Folgen für Menschen und Umwelt. So wird regelmäßig publik, dass mit Chemikalien versetzte Abfälle aus Fischmehlfabriken ungefiltert ins Meer geleitet werden. Zusätzlich leiden Anwohner*innen an Haut- und Atemwegserkrankungen, da der bei der Verarbeitung entstehende Fischmehlstaub in den Fabriken verbrannt wird.

Fr. 13. & Sa. 14.10.2017: Podiumsdiskussion in Berlin und Demonstration in Fürstenwalde
Zunächst wollen wir am Freitagabend in Berlin im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum
Thema Tierproduktion und Futtermittelimporte mit Akteuren aus verschiedenen Gruppen ins Gespräch kommen.
Anschließend wollen wir am Samstag die globalen Auswirkungen des Futtermittelhandels an einem lokalen Akteur verdeutlichen: dem Konzern Agravis mit seinem Futtermittelwerk in Fürstenwalde. Gegenwärtig plant Agravis eine Erweiterung des Werks – die Kapazität soll auf 405.606 Tonnen Mischfutter pro Jahr steigen. Nach einer Kundgebung und Infoständen fordern wir mit einer Demonstration vom Stadtkern zum Futtermittelwerk den Stopp von Futtermittelimporten!

Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klimgerechtigkeit erkämpfen!

Globale Klimagerechtigkeit setzt das Ende der Tierproduktion voraus – Klimawiderstand durch Aktionen gegen Tierproduktion! Kommt zur Podiumsdiskussion nach Berlin und zur Demonstration nach Fürstenwalde!

Animal Climate Action, 5.09.2017

> Zur Webseite von Animal Climate Action